Gastbeitrag: Kulturmanagement Network | KM Magazin - Kultur und Management im Dialog

 

Back to life, back to reality

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Erinnern Sie sich auch gern an Ihre Kindheit? Da gab es das Spielen in der Natur, Radio hören in Vaters Werkstatt und am Abend oder dem Wochenende einen Trickfilm im TV. Später kam der erste Computer und mit ihm das Internet hinzu. Das Tor zur Welt. Heute lebe ich als Unternehmer in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft, geprägt von Google, Facebook, iPhone und Co. Die stark wachsende und sich rasant verändernde digitale Welt vermittelt mir oft das Gefühl, ständig hinterher zu sein. Immer auf der Jagd nach Informationen. Der einfache Dialog und große Teile der gesamten Kommunikation sind ausgelagert und finden viel zu oft nur noch digital statt. Unsere Wahrnehmung passt sich dem ständig wachsenden Anspruch, dem Informationsfluss stets auf Augenhöhe zu begegnen, an. Real oder surreal, wer vermag dies noch wirklich zu unterscheiden? Die digitale 

Welt ist heute mehr denn je ein großer Teil unseres Lebens geworden. Internet Marketing und Social Media gehören fast schon zu den Standards eines jeden Unternehmens und auch privat ertappt man sich, wenn man am Wochenende im Garten, bei Kaffee und Kuchen entspannend, den News-Stream aktualisiert, mit Freunden chattet oder einen Clip auf YouTube ansieht.

Die Menge und Geschwindigkeit der Informationen, derer wir uns ständig bedienen, werden immer größer. Immer mehr und immer oberflächlicher konsumieren wir. Reicht es uns doch oft schon, wenn wir eine gute Überschrift eines Tweets und ein paar Kommentare daraus zitieren können. Wir passen uns der durch uns geschaffenen digitalen Umwelt an. So müssen wir lästige Wege aus dem Haus und in die Läden schon lang nicht mehr gehen, um Bücher, Haushaltswaren oder Kleidung zu kaufen. Fuhr man noch vor einigen Jahren von Geschäft zu Geschäft, um den besten Preis zu erfahren, erledigt das heute die richtige Suchanfrage bei Google oder eine App unseres Smartphones. Fix ein Schnäppchen gemacht und dies gleich noch dem virtuellen Freundeskreis mitgeteilt. Wir teilen Ereignisse unseres Lebens mit unseren zahlreiche "Freunden" per Facebook und Twitter und nutzen Augmented Reality (AR) Anwendungen wie Layer oder Wikitude, um spezifische Informationen aus unserer aktuellen Umgebung zu saugen.

Heute, wo die reale mit der digitalen Welt mehr denn je verschmilzt, steht uns wieder eine Veränderung in den Märkten, dem Konsum, der Informationsbeschaffung und in unserem Verhalten bevor. Oder sind wir schon mittendrin? Dank immer leistungsfähigerer Technik in unseren Smartphones, Tablet PCs oder Laptops gewinnen neue Technologien wie Augmented Reality mehr und mehr an Bedeutung. Dank dieser müssen wir die reale Welt nun nicht mehr verlassen, um digitale Zusatzinformationen über Orte, Gebäude, Gegenstände oder Bilder zu erhalten. In Echtzeit begleiten uns digitale Effekte beim Erleben unserer realen Umwelt.

 

Mehrwert dank Augmented Reality

augmented-reality-ipad-museumTrotz des Zeitalters von Internet und mobilen Endgeräten erscheinen technologische Neuerungen wie „Augmented Reality" auch im Jahr 2011 oft noch neu und befremdlich. "Und was ist das jetzt genau?" oder "Was kann das jetzt nochmal?" sind die am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Thema. Verständlich, zum Anfassen ist es schließlich wieder einmal nichts. Um die vielseitigen Möglichkeiten zu erkennen, ist es nötig, die Technologie zu verstehen. Wissenschaftlich betrachtet, versteht man unter Augmented Reality eine computergestützte, virtuelle Erweiterung der Realitätswahrnehmung. In anderen Worten: Die reale Umgebung wird mit digitalen Informationen angereichert. Der Clou hierbei ist die Interaktionsfähigkeit. Digitale Fakten werden in Abhängigkeit vom Betrachter vollautomatisch wiedergegeben. Ein erweitertes Spiegelbild seiner Umwelt.

Voraussetzungen hierfür sind: ein PC mit Kamera und Internetverbindung oder ein Smartphone mit entsprechender Applikation. Im Resultat sieht der Betrachter auf seinem Bildschirm oder Display das Livebild seiner Umgebung und gleichzeitig die zur jeweiligen Umgebung passenden, digitalen Informationen. Verarbeiten lässt sich dabei fast alles. In 3D Animationen, 2D Video oder Grafik oder als Ton, die Interaktion findet dabei immer in Echtzeit statt. Wichtige Vorteile der Technologie sind deren Einsatzmöglichkeiten und die Option, verschiedenste Kanäle verbinden zu können. Eine Anwendung kann sowohl im Web als auch auf Smartphones geladen werden. Einsatzort ist der Point of Sale: Tageszeitungen, Produktverpackungen, Sehenswürdigkeiten oder beliebige Objekte. Nicht zu vergessen Videospielkonsolen oder ein Live Video Stream (Beispiel TV Signal).

augmented-reality-ipad-kunst-kulturDer Markt dafür ist längst vorhanden. Die Technologie ist trotz ihrer "Unbekanntheit" schließlich schon mehrere Jahre alt und längst nicht mehr in der Entwicklungsphase. Zahlreiche Marktanalyse Unternehmen prophezeien ihr ein enormes Wachstum. Es ist eine wichtige und unterstützende Technologie, welche durch Visualisierung zu einer Verbesserung der Kommunikationsprozesse führt. Das enorme Potential liegt in der gleichzeitigen Ansprache verschiedener Sinne und der Anpassungsmöglichkeit einer Information an verschiedene Zielgruppen.

Einige Unternehmen und Markenhersteller starten bereits erste Werbekampagnen, andere binden die Technologie in Messepräsentationen oder in Printmedien ein. Es gibt einen wachsenden Markt an mobilen Applikationen und alltagstauglichen Anwendungen im E-Commerce. Internetfirmen wie MisterSpex, größter deutscher Brillen Online-Shop, implementiert derzeit den virtuellen Spiegel. Diese Anwendung ermöglicht dem Kunden das Aufprobieren der gewünschten Brille am heimischen PC, dem digitalen Spiegel. Aber auch AR Spiele auf dem Nintendo DSi oder Augmented Reality im TV, etwa beim interaktiven Galileo Quiz, schaffen mehr und mehr Berührungspunkte und geben Ansatzpunkte für eigene Anwendungsmöglichkeiten.

 

Augmented Reality im Bereich Kunst und Kultur


augmented-reality-museum-aussenbereichAugmented Reality kann im Kunst- und Kulturbereich als Bindeglied zwischen traditionellen und futuristischen Betrachtungsweisen von Objekten gesehen werden. Aussteller und Museen greifen ohnehin verstärkt auf zeitgemäße Informationsangebote zurück. Hierbei kann ihnen AR eine innovative Alternative zu den bekannten klassischen Präsentationsformen bieten und Besuchern Informationen auf völlig neue Art und Weise präsentieren. Dank der visualisierenden und emotionalisierenden Ansprachen der Besucher wird das Museum erlebbar. Kultur 2.0. Besucher, insbesondere Kinder, können dank AR Kunst und Kultur auf ganz individuelle und fesselnde Art und Weise erfahren. Zielgruppengerecht angepasst, und dadurch leichter verständlich, können sie so interaktiv die Ausstellung entdecken. Mehr sehen, mehr erleben, mehr behalten.

Museen und touristische Attraktionen setzen schon sehr lange auf Audio Guides und Texttafeln. Das Museum von Morgen beginnt über dessen Erweiterung mittels Augmented Reality einen Dialog zwischen realen Ausstellungsstücken und dem Betrachter. Es werden spielerische und unterhaltsame Komponenten eingebunden, die einen effizienteren und unterhaltsameren Punkt der Wissensvermittlung erzielen. Durch realitätsnahe Darstellung können beispielsweise Gemälde eine eindrucksvolle Geschichte erzählen. Sie wird mit 3D, Video und Interaktion erlebbar. Automobile könnten in vollem Funktionsumfang interaktiv dargestellt werden. Eine gemalte Schlachtszene ließe sich in einer 3D Sequenz live in den Raum projizieren. Diese und noch viele weitere Möglichkeiten sind mit ein wenig Kreativität, Offenheit und dem technischen Ansatz relativ leicht realisierbar und von nachhaltiger Wirkung. Selbst eine eigenständige Museumsführung ist umsetzbar. Da eine Anwendung Marker, Bilder etc. als Auslöser digitaler Information erkennt, kann Augmented Reality ohne Probleme in Kulturstätten eingesetzt werden. Somit bleiben der Kulturbereich und sein Flair völlig unangetastet.

 

Was muss man beachten, wenn man AR einsetzen möchte?

Wichtig ist:

- die Betreuung durch einen kompetenten Partner sowie eine kreative Agentur

- eine Analyse der Gesamt-, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie der Umsetzungszeit

- ein nachhaltiges Gesamtkonzept ist von enormer Wichtigkeit für langfristigen Erfolg - von der Umsetzung, den Einzelanwendungen und den Erweiterungen bis hin zur Marketingstrategie, der Werbung und dem Timing des Markteintritts

Fazit: Mit Augmented Reality halten Kultureinrichtungen einen wichtigen neuen Baustein für eine breitere Kundenansprache und Wissensvermittlung in der Hand.

Author: Daniel Klitzsch und Andreas Glöß

 

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